PARTNERSHIP 2GETHER REHOVOT SWITZERLAND p2g (ehemals «Partnership 2000» - P2K)
Das Projekt PARTNERSHIP 2GETHER REHOVOT SWITZERLAND P2G verbindet Gemeinden in der Diaspora mit Ortschaften in Israel, auf einer sozialen, organisatorischen und persönlichen Basis.
Das Projekt des KH Schweiz in Rechovot wurde 2009 abgeschlossen. Auf der Suche nach neuen Projekten stiess Sami Bollag auf das Projekt Partnership 2000 – P2K - heute PARTNERSHIP 2GETHER REHOVOT SWITZERLAND P2G - und war sofort davon begeistert. P2G erscheint als die natürliche Fortsetzung unserer bisherigen Projekte.
P2G wurde bereits 1997 von der Jewish Agency zusammen mit den Partnern United Jewish Communities und Keren Hajessod entwickelt. Das Hauptanliegen von P2G ist es, bestimmte jüdische Gemeinschaften der Diaspora mit einer Stadt oder Region in Israel zu verbinden, sozusagen zu verschwistern. Die Idee wurde kreiert, um der normalerweise informellen Beziehung zu Israel eine konkrete Form zu geben. Anstatt Israel lediglich als Tourist zu erleben oder Verwandte und Freunde zu besuchen, ermöglicht P2G den Teilnehmern, andauernde Beziehungen zu einer bestimmten Region Israels zu entwickeln. Sie haben so die Möglichkeit, aus erster Hand viel über die Stärken und Schwächen aber auch die Kultur der Region und vor allem über die dort lebenden Menschen zu erfahren und direkt mit diesen in Kontakt zu treten.
P2G wurde auch entworfen, um praktische, konkrete Möglichkeiten zu schaffen, um Israels wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung zu unterstützen. P2G stellt Startkapital für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt bereit. Investiert wird in die Bereiche Erziehung, Aufbau von jungen Führungskräften, Stärkung von Frauenprojekten, Aufbau von Kleingewerbe und vielen ähnlichen mehr.
In der Planungsphase war die Idee der Jewish Agency, dass alle Partnerschaften im Negev und im Galil gegründet werden sollten. Im August 2007 bestanden bereits 45 Partnerschaften von Israel mit 550 jüdischen Gemeinschaften im Ausland. Davon sind tatsächlich zwei Drittel mit Partnern im Negev und Galil. Unterdessen findet man jedoch P2G Projekte in ganz Israel.

Bei P2G hat jede Partnerschaft ein eigenes unabhängiges Leitungsteam. Dieses setzt sich aus einem Laiengremium der jeweiligen Gemeinschaft in der Diaspora, israelischen Freiwilligen und Repräsentanten der lokalen Behörden zusammen. Gemeinsam bestimmt das Team eigene Visionen und Aufgaben und entscheidet jedes Jahr, welche Programme unterstützt und wie die gesetzten Ziele erreicht werden sollen.
Das Leitungsgremium, geführt von zwei Co-Leitern, einem aus Israel und einem aus der Gemeinschaft im Ausland, ist eine Neuheit. Diese Struktur ist ein neues Modell für die Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora. Sie ermöglicht eine gleichwertige Beziehung zwischen Israel und den Juden in der Diaspora. Zusammen wird entschieden, wie die Beziehung gestaltet und die Partnerschaft entwickelt werden soll. Das traditionelle Spender-Empfänger Muster wird durchbrochen und durch eine Partnerschaft mit gleichwertigen Partnern ersetzt. Zusammenarbeit und Übereinstimmung sind die neuen Leitbilder.
Auch wenn jede Partnerschaft autonom ist, werden alle 45 Partnerschaften von zwei Grundpfeilern getragen: «People-to-People» (P2P) (Mensch zu Mensch) Aktivitäten und Gemeinde-Entwicklung. Die Komponente P2P oder «Living Bridge» (lebendige Brücke) beinhaltet eine lange Liste von Programmen, die Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Fachkräfte ansprechen. So treffen sich zum Beispiel Erzieher, Ärzte, Sozialarbeiter und Künstler in Israel, im Ausland und/oder per Internet. Sie profitieren gegenseitig vom fachlichen Austausch oder lernen sich einfach von Mensch zu Mensch kennen.
Für viele Juden ausserhalb Israels ist dies nicht nur die erste Gelegenheit, mit einem Israeli zusammen zu arbeiten, sondern ihn wirklich persönlich kennen zu lernen. Für Israelis ist dies oft das erste Mal, dass sie Juden ausserhalb Israels kennen lernen.
1997 hat Partnership 2000 ein Netzwerk von Beziehungen aufgebaut, die auf vertieftem Verständnis und gegenseitiger Wertschätzung basieren. Dieses Netzwerk weitet sich aus auf die Familien und Freunde all derer, die daran beteiligt sind.
Für Kinder und Jugendliche hat P2G das innovative P2P Programm entwickelt. So absolvieren beispielsweise israelische Schüler und solche aus einem anderen Land den gleichen Kurs und «treffen» sich dann im Lauf des Jahres per Videokonferenz oder ganz real. Ferienlager basierend auf Tikun Olam und Freiwilligenarbeit, eine P2G Version des «March of the Living», oder israelische Highschool Absolventen die ein Jahr Freiwilligenarbeit in ihrer P2K Gemeinde im Ausland leisten, sind nur einige Beispiele dafür, wie P2G die Beziehung zwischen jungen Israelis und jungen jüdischen Menschen der Diaspora Gemeinden stärkt.
Alle, die an den P2G Projekten teilnehmen, ob Jugendliche oder Erwachsene, ob Israeli oder Juden aus anderen Ländern, wohnen jeweils bei ihren Partnern aus dem gemeinsamen Projekt, d.h. sie wohnen unter einem Dach, hören die gleiche Musik, verbringen Schabbat miteinander. Jugendliche aus den Randregionen Israels verbrachten beispielsweise eine Woche in Nordamerika, England, Australien und Südafrika. Erzieherinnen, Ärztinnen und andere Fachkräfte aus der Diaspora wohnten in Kibbuzim, Moschavim, Städten und Dörfern in Israel, bei ihren Partnern von
P2G. Sie alle entdeckten ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede als Juden, Jugendliche, Eltern, Menschen. So entstehen dank P2G dauerhafte Bindungen zwischen ganz verschiedenen Personen der jüdischen Gemeinschaft weltweit.
Dreizehn Jahre sind eine lange Zeit, sogar für die besten Programme. Wie kommt es, dass P2G immer noch stark ist und immer neue Partnerschaften in der P2G Familie begrüssen darf? Es ist essentiell für P2G, dass nicht einfach Projekte dupliziert werden. Viel mehr ist es ein fortlaufender Prozess, in dem die Projekte kreiert werden und die Beziehungen sich vertiefen und wachsen. Wie bei allen Beziehungen gibt es Hochs und Tiefs, die die Beziehung
letztlich reifen und an Bedeutung gewinnen lassen. Die ursprünglichen Aufgaben werden ständig überprüft, revidiert und korrigiert.
Wir bleiben in Rechovot
Nach intensiver Evaluation hat sich der Ausschuss des KH Schweiz entschieden, eine P2G Partnerschaft mit Rechovot einzugehen. Die gute und enge Zusammenarbeit beim Bau des Multigenerationen-Centers hat diesen Entschluss bestätigt. Die Stadt erfüllt alle Bedingungen für einen Erfolg versprechenden Austausch: Ein grosser Teil der Bevölkerung sind Neueinwanderer, insbesondere aus Äthiopien. Die Arbeitslosenrate ist hoch und der Lebensstandard tief. Die Stadt hat Entwicklungsbedarf, aber auch -potenzial.
Bereits in den Tagen rund um die Eröffnung des Centers haben je 7 Vertreter der Stadtverwaltung und 7 Schweizer Repräsentanten ein erstes dreitägiges Brainstorming-Seminar abgehalten. Darin wurde eruiert, wie eine langfristige Partnerschaft aufgebaut und aufrecht erhalten werden kann. Wo sind Know-how-Transfers möglich? Was hat die Stadt ihren Partnern zu bieten und was erwartet sie von ihnen? Welche Bedürfnisse der notleidenden Stadtbevölkerung sind besonders dringend und wie kann der KH Schweiz helfen?
Wichtig ist dabei, dass auf die Dauer ein persönlicher, gegenseitiger Austausch stattfinden kann. Zohar Blum, der stellvertretende Bürgermeister von Rechovot, sprach von einer «lebenden Brücke über alle Ebenen». Er freut sich über die Zusammenarbeit und verspricht im Namen der Stadtregierung ein aktives Engagement ihrerseits.
Eine spannende Aufgabe nimmt langsam Form an.
Die beiden Komitees für die partnerschaftliche Zusammenarbeit sind konstituiert. Nach Pessach 2010 trafen sie sich erstmals zu Gesprächen in Rechovot.
Für das neue grosse KH Schweiz Projekt – die Partnerschaft mit der Stadt Rechovot – wurden anfangs 2010 zwei Komitees gegründet: eines in der Schweiz, das andere in Rechovot. Gemeinsam werden nun Möglichkeiten zum Austausch und zur Zusammenarbeit der beiden Seiten erarbeitet.



